Gründerstory Marcel Sayle, Sayle Cycle

Gründerstory Marcel Sayle, Sayle Cycle

Ich liebe es, etwas zu gestalten und auf die Beine zu stellen. Wenn das, was entsteht, dann verstanden und genutzt wird, ist das mein größter Antrieb.

Teil I – Der Mensch hinter Sayle Cycle

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Wer bist du, wenn du nicht gerade Fahrräder entwickelst?

Servus, ich bin Marcel, 42 Jahre alt und ursprünglich aus München. Durch meine Freundin bin ich 2025 nach Pfaffenhofen gekommen.

Ich würde mich als sport-, technik- und naturbegeistert beschreiben. Meinen Sport mache ich am liebsten draußen – ob Mountainbiken, Wandern, Skitouren oder Bouldern. Eigentlich kann ich mich für fast jede Sportart begeistern.

Bis zur Entwicklung meines Lastenrads war das Fahrrad für mich ein reines Sportgerät 😊.

Neben dem Sport schraube ich gerne an meinem alten Motorrad, repariere allgemein gerne Dinge und interessiere mich für Design und Kunst.

Mir gefällt es gut in Pfaffenhofen – besonders, dass Stadt und Natur hier so nah beieinanderliegen und die Menschen, die hier leben, unkompliziert und entspannt sind.

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Was motiviert dich jeden Tag aufs Neue, dein eigenes Unternehmen zu führen?

Ich liebe es, etwas zu gestalten und auf die Beine zu stellen. Wenn das, was entsteht, dann verstanden und genutzt wird, ist das mein größter Antrieb.

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Was sollte man über dich wissen, das man auf den ersten Blick nicht vermuten würde?

Ich muss nicht im Mittelpunkt stehen. 😉

Teil II – Die Idee hinter dem Rad

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Dein Lastenrad „№“ wird als Lowtail beschrieben. Was steckt hinter diesem Konzept?

Es ist der Sportkombi unter den Fahrrädern. Ein Lastenrad, das wirklich von jedem gefahren und genutzt werden kann, denn es fährt sich wie ein „normales“ Fahrrad.

Die Ladefläche sitzt im Windschatten des Fahrers und sehr tief, wodurch das Fahrverhalten positiv beeinflusst wird. Es fährt sich dadurch sehr stabil und sicher – egal ob beladen oder unbeladen, schnell oder langsam.

Wir beschreiben es gerne so:

„Sayle Cycle baut das Anti-Lastenrad.

Während der Markt E-Cargo-Bikes baut, die immer mehr an kleine LKWs erinnern (schwer, breit, behäbig), baut Sayle Cycle den Sport-Kombi.

Ein Rad, das die Lücke zwischen agilem Gravelbike/Cityrad und dem praktischen Nutzen eines Transporters schließt.

Wir verbinden meisterhaftes Handwerk mit radikaler Alltagstauglichkeit.

Handgefertigt in Pfaffenhofen a. d. Ilm.“

Neben den Fahreigenschaften sind uns Wartungsarmut, Langlebigkeit, Servicefreundlichkeit und ein intuitives Nutzungsverhalten sehr wichtig.

Ich bin ursprünglich gelernter Zweiradmechaniker und kenne dadurch die typischen Service-Lücken vieler Fahrräder gut. Meine Weiterbildung zum Maschinenbautechniker und Industriedesigner hat mir geholfen, diese Schwächen beim № zu vermeiden.

Abgerundet wird das Rad durch seine regionale Fertigung – hier in Pfaffenhofen und Umgebung. Dadurch sind wir sehr flexibel und schnell und können unsere Qualitätsstandards hoch halten.

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Wie kam dir die Idee, ein sportliches Alltags-Lastenrad zu entwickeln?

Während meines Studiums in München habe ich das Transportieren mit dem Fahrrad schätzen gelernt – besonders die Flexibilität, die man dadurch gewinnt.

Bis dahin war das Fahrrad für mich ein reines Sportgerät. Angefangen mit BMX kam ich zum Mountainbike- und Bikercrossfahren und später zum Streetfahren.

Fahrverhalten, Gewicht und oft auch die Optik haben mich bei typischen Lastenrädern immer abgeschreckt – zu weit weg von einem „normalen“ Fahrrad.

Am Ende meines Industriedesign-Studiums stand die Abschlussarbeit an und ich wollte die Zeit sinnvoll nutzen. Mein Professor war ebenfalls fahrradaffin und so konnte ich ihn schnell für ein Fahrradkonzept begeistern.

Schnell kam die Frage auf, warum bei Fahrrädern die Last vor dem Fahrer sitzt und nicht – wie bei Autos und LKWs – dahinter.

Der Kombi ist aus dem heutigen Fahrzeugbild nicht mehr wegzudenken, weil er ein guter Kompromiss aus sportlichem Auto und Transportmöglichkeit ist. Dieses Bild gefiel mir und ich versuchte es auf das Fahrrad zu übertragen:

Eine voll integrierte Ladefläche, die das Rad leicht und steif macht und es gleichzeitig wieder wie ein Fahrrad aussehen lässt.

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Viele Produkte werden schnell ersetzt. Du setzt bewusst auf Langlebigkeit und Reparierbarkeit – warum ist dir das so wichtig?

Ich habe schon als Kind gelernt, dass Dinge repariert werden können und dass Produkte mit Gebrauchsspuren nicht zwangsläufig hässlicher werden.

Bei einem Fahrrad stört es mich außerdem, wenn es ständig in der Werkstatt steht und ich es nicht nutzen kann. Ich nutze die Zeit lieber, um etwas zu erleben und mich daran zu erfreuen, statt nach etwas Neuem zu recherchieren oder Probefahrten zu machen.

Für mich ist das kostengünstigste und ökologischste Produkt ein Gegenstand, den ich lange und gerne nutze und der zu meiner Ergonomie und meinem Nutzungsverhalten passt.

Teil III – Von der Bachelorarbeit zum Unternehmen

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Wann wurde aus deiner Bachelorarbeit ein echtes Unternehmen?

Mit der ersten Bestellung von Rahmenrohren für zehn Fahrräder und dem Verkauf von zwei Rädern an Hersteller von Fahrradkomponenten (Rohloff und 3X3).

Dadurch kamen die ersten Nachfragen und wir wurden wahrgenommen. Beide Hersteller haben uns und das Rad mit auf große Messen genommen und uns dadurch unterstützt.

Der erste Erfolg war der Gewinn des Best Cargobike Award auf der Bespoked in Dresden – mit dem Rad von Rohloff.

Der zweite Meilenstein war im Juli 2025, als der MDR einen Kurzfilm über mich und das Rad veröffentlicht hat.

Der dritte Meilenstein war Anfang 2026 die Gründung der SAYLE CYCLE GmbH. Seit der Gründung fühlt es sich für mich wie ein echtes Unternehmen an.

Tatsächlich auf dem Markt sind wir seit Mitte 2025.

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Gab es Momente, in denen du gezweifelt hast – und was hat dich weitermachen lassen?

Davon gab es einige – ob bei konstruktiven Problemen, Schwierigkeiten mit Zulieferern oder anfangs auch fehlendem Interesse beziehungsweise fehlenden Kunden.

Meine Freundin stand glücklicherweise immer hinter mir und hat mich angeschoben. Außerdem kam in jedem Tief auch wieder ein Erfolg und es ging irgendwo wieder eine Tür auf.

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Was waren die größten Herausforderungen beim Aufbau von Sayle Cycle?

Zum einen, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und sich selbst und seinem Rad treu zu bleiben, zum anderen die Finanzierung zu stemmen.

Teil IV – Mobilität, Vision und persönliche Motivation

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Wie siehst du die Zukunft der urbanen Mobilität – welche Rolle spielen Fahrräder dabei?

Für mich macht das Fahrrad urbane Mobilität deutlich flexibler und einfacher.

Natürlich gibt es Situationen, in denen das Auto völlig sinnvoll ist. Ich würde mich über ein gutes Gleichgewicht zwischen Auto und Fahrrad freuen.

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Wohin soll sich Sayle Cycle in den nächsten Jahren entwickeln?

Mein Wunsch ist es, ein solides und langsam wachsendes Unternehmen aufzubauen, hinter dem eine angenehme Community steht.

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Wenn du dein Fahrrad in einem Satz beschreiben müsstest: Wofür steht es?

Der Sport-Kombi der Fahrradbranche – wenn sich Radfahren und Transportieren die Hand geben.

 

Kontakt:

Marcel Sayle

Tel: +49 (0) 176 766 479 71

E-Mail: info@saylecycle.de 

Webseite: № — Das Lastenfahrrad für den Alltag | Vielseitiger Allrounder – Sayle Cycle