Erfolgreich gescheiter(t) Nacht am 7. November in Pfaffenhofen

Das Leben verläuft nicht immer in geregelten Bahnen: Projekte scheitern, unternehmerische Ideen stellen sich als große Herausforderungen heraus und Firmen gehen in die Insolvenz. Scheitern, in seinen unterschiedlichen Facetten, ist Teil des Unternehmertums. Eine gelebte Fehlerkultur ermöglicht es, aus Herausforderungen zu lernen.

Wie dies gelingen kann, zeigt sich bei der ersten „Erfolgreich gescheiter(t) Nacht“, die das Kommunalunternehmen Strukturentwicklung Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm (KUS) am Donnerstag, 7. November 2019, von 19 bis 21 Uhr im intakt Musikinstitut (Raiffeisenstraße 32 in Pfaffenhofen) organisiert. „Vier Referenten werden mit Offenheit und Humor über ihre persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen erzählen“, verspricht KUS-Vorstand Johannes Hofner.

Bert Overlack leitete erfolgreich ein weltweit tätiges Unternehmen in der Möbelzuliefer- und Holzwerkstoffindustrie. 2007 feierte er ein Rekordjahr. Ein Jahr später brechen die Absatzmärkte ein. 2011 muss er Insolvenz
anmelden. Anhand seiner persönlichen Scheiter-Erfahrung zeigt Overlack auf, welche Voraussetzungen Unternehmen erfüllen müssen, um nachhaltig aus Fehlern und Misserfolgen lernen zu können.

Eine unerwartete Kündigung lässt Steffi Losert den Glauben an sich und die Arbeitswelt verlieren. Wie es ihr gelungen ist, wieder zu sich zu finden, was sie auch Jahre später noch daraus lernt, und wie sie ihre Arbeit heute selbst definiert, verrät die Referentin in einem kurzen Impulsvortrag.

2017 betritt Katja Bröckl-Bergner mit einer Geschäftspartnerin die deutsche Startup-Szene. Die Unternehmensidee, das Bildungssystem digital zu transformieren, klingt erfolgsversprechend. Sie erhalten viel Zuspruch, dennoch ist die unternehmerische Reise nach etwas mehr als einem Jahr vorbei. „Wir sind gestrauchelt, gescheitert und haben versagt“, so Bröckl-Bergner. Von der großen Frage nach dem „Warum“ und der Motivation, die sie heute antreibt, wird sie den Teilnehmern berichten.

Anne Koark, gebürtige Britin, lebt seit 1985 in Deutschland. Kurz vor der Jahrtausendwende gründet sie ein Unternehmen, das ausländische Unternehmen bei Ansiedelungsvorhaben in Deutschland unterstützt. Ihre Arbeit wird mit dem Existenzgründerpreis „Breakeven“ ausgezeichnet. Doch im Nachgang zum 11. September 2001 gerät die Firma in Schwierigkeiten. Koark geht in die Insolvenz und verliert alles. Was dann passierte, welche Überraschungen sie erlebte, was sie daraus machte und warum Scheitern für Innovation wichtig ist, zeigt sich im Laufe des Abends.

Im Nachgang an die Erfahrungsberichte besteht die Möglichkeit des branchenübergreifenden Netzwerkens. Ob Bestandsunternehmer, Selbständige aus den Bereichen der Kultur- und Kreativwirtschaft oder Gründer – alle sind herzlich zum Austausch eingeladen.

Das LEADER-Projekt „MITeinander – ERFAHRUNGsaustausch – ERFOLGreich“ erhält eine Förderung durch das bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie den Europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Aufgrund einer begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung unter www.kkw-paf.de erforderlich. Im Voraus findet von 13.30 bis 17.30 Uhr der 6. Branchentreff der Kultur- und Kreativwirtschaft statt.