Wie Künstliche Intelligenz konkret im Unternehmensalltag eingesetzt werden kann, stand im Mittelpunkt der Veranstaltung „Fit für Digitalisierung: KI in der Praxis“, zu der das Kommunalunternehmen Strukturentwicklung Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm (KUS) gemeinsam mit dem Unternehmernetzwerk ProWirtschaft eingeladen hatte. Über 80 Unternehmer und Interessierte aus der Region nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen, konkrete Anwendungsbeispiele und Unterstützungsangebote zu informieren.
Zum Auftakt machte Saskia Stadlmeir, Bereichsleitung Wirtschaft im KUS, deutlich, wie sehr sich das Thema gewandelt hat: Künstliche Intelligenz sei längst keine Zukunftsvision mehr, sondern bereits heute fester Bestandteil vieler Geschäftsprozesse. Annegret Lange, Bereichsleitung Lebensraum- und Destinationsmanagement im KUS, ergänzte: „KI kann Unternehmen dabei unterstützen, effizienter zu werden – insbesondere, indem sie Routineaufgaben übernimmt. Das verschafft klare Wettbewerbsvorteile für diejenigen, die die Potenziale frühzeitig nutzen.“ Gleichzeitig stellte sie die Digitalisierungsangebote des KUS vor – darunter Netzwerkveranstaltungen, den KUS Digi-Check, den KI-Potenzialcheck sowie individuelle eCoach-Beratungen.
Wie der Einsatz von KI ganz konkret aussehen kann, zeigte der Vorsitzende des ProWirtschaft Netzwerkes Bernhard Schmidt am Beispiel seines Unternehmens NEPATA. Dort kommen bereits KI-Agenten zum Einsatz, die eingehende E-Mails automatisch kategorisieren und an die zuständigen Ansprechpartner weiterleiten. Auch Angebotsentwürfe können durch KI vorbereitet werden. Ergänzt wird dies durch einen KI-gestützten Anrufbeantworter, der Prozesse zusätzlich effizienter gestaltet.
Zugleich machte Schmidt deutlich, dass Künstliche Intelligenz innerhalb des Netzwerks künftig noch stärker in den Fokus rücken soll. Besonders die enge Kooperation mit dem KUS sowie die Idee, Gründerinnen und Gründer mit innovativen KI-Ansätzen künftig im Netzwerk pitchen zu lassen, stießen auf große Zustimmung und unterstrichen den gemeinsamen Anspruch, Innovation in der Region aktiv voranzutreiben.
Einblicke aus Forschung und Transfer gab Lisa Urban von der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI). Sie stellte aktuelle Projekte vor, etwa zur sicheren Softwareentwicklung, zur Überprüfung von Lieferketten hinsichtlich regulatorischer Anforderungen sowie zur Optimierung von Entsorgungslogistik durch intelligente Routenplanung und Prognosen. Zudem zeigte sie auf, wie Unternehmen über Programme wie „KI Transfer Plus“ beim Wissensaufbau, der Strategieentwicklung und der praktischen Umsetzung unterstützt werden können.
Fabian Stahl von der Stahl IT-Systempartner GmbH beleuchtete das Thema aus einer strategischen und zahlenbasierten Perspektive. KI sei keineswegs neu, sondern blicke auf eine jahrzehntelange Entwicklung zurück. Ihr Potenzial liege heute vor allem in der Zeitersparnis und darin, die Fachkräftelücke abzufedern. Anwendungen reichen vom Wissensmanagement über Onboarding-Prozesse bis hin zu Kommunikation und Reporting. Entscheidend sei jedoch, die Mitarbeitenden aktiv in den Veränderungsprozess einzubinden. Sein praxisnaher Tipp: Unternehmen sollten ihre fünf wichtigsten Aufgaben identifizieren und prüfen, wie KI konkret unterstützen kann. Aus seiner eigenen KI-Reise leitete er zentrale Erkenntnisse ab: Datensouveränität, der richtige Kontext und die finale Entscheidung durch den Menschen bleiben entscheidend.
Auch Sebastian Amann, Gründer von AiAuditBuddy, berichtete aus der Praxis. Mit seinem Ansatz zeigt er, wie KI gezielt bei komplexen Aufgaben wie Audits unterstützen kann. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung von Vertrauen und persönlichen Netzwerken. Sein Fazit: Die Kombination aus technologischer Effizienz und menschlicher Expertise sei ein entscheidender Erfolgsfaktor.
Beim anschließenden Austausch wurde deutlich, wie groß das Interesse an konkreten KI-Anwendungen ist. Die Veranstaltung zeigte eindrücklich, dass Künstliche Intelligenz bereits heute ein relevanter Hebel für Effizienz, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit ist – und künftig weiter an Bedeutung gewinnen wird.
Das KUS plant daher im Laufe des Jahres weitere Veranstaltungen rund um die Themen Digitalisierung, KI und Innovation. Interessierte können sich unter www.kus-pfaffenhofen.de/anmeldung über kommende Angebote informieren und anmelden.