Gründerstory Lukas Leonhardt, RegioKostHub

Gründerstory Lukas Leonhardt, RegioKostHub

Ich hätte gerne früher gewusst, dass eine Idee ohne Umsetzung wenig wert ist. Entscheidend ist, möglichst schnell mit Prototypen zu arbeiten, die Idee zu validieren und anschließend konsequent in die Umsetzung zu gehen.

Teil I – Das Unternehmen

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Stell dich bitte kurz vor!

Lukas Leonhardt

Hey, ich bin Lukas Leonhardt. Ich komme aus Reichertshausen bei Pfaffenhofen an der Ilm und arbeite als Digital Product Engineer. An der Technischen Hochschule Ingolstadt habe ich User Experience Design studiert.

Bereits während der Schulzeit und neben dem Studium konnte ich erste Erfahrungen in der Selbstständigkeit sammeln. So habe ich zunächst eine Video- und Fotoproduktionsfirma gegründet und später gemeinsam mit meinem Schulfreund Lukas das kleine Modelabel leleandpepe aufgebaut.

Mein Pflichtpraktikum absolvierte ich bei Jung von Matt TECH in Hamburg. Dort wirkte ich unter anderem an Konzept und Design digitaler Produkte für Adelholzener, den DFB und die FIFA mit. In dieser Zeit wurde meine Neugier für die technische Umsetzung digitaler Produkte geweckt.

In mir ist ein Feuer entfacht, selbst digitale Produkte zu entwickeln. Besonders wichtig ist mir dabei ein konkreter Mehrwert für Gesellschaft und Umwelt. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, meine Bachelorarbeit einem praxisrelevanten Thema zu widmen.

In Kooperation mit der Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft Pfaffenhofener Land habe ich mich intensiv damit beschäftigt, wie mithilfe digitaler Lösungen mehr (bio-) regionale Lebensmittel ohne Zwischenhändler direkt vom Landwirt in die Außer-Haus-Verpflegung gelangen können.

Nach meinem Studium bin ich in die auf die Lebensmittel- und Intralogistikbranche spezialisierte Softwarefirma meines Vaters, leonhardt.digital, eingestiegen und habe das Projekt dort weiterverfolgt. Daraus ist die digitale Plattform RegioKostHub entstanden, die heute in Pfaffenhofen eingesetzt wird.

Künftig soll RegioKostHub auch in anderen Regionen dazu beitragen, dass Landwirte eine höhere Wertschöpfung erzielen und das Essen in der Gemeinschaftsverpflegung regionaler, transparenter und nachhaltiger wird.

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Was ist der RegioKostHub?

Lukas Leonhardt

Mit RegioKostHub kommt die App, die Erzeuger und Gastronomiekunden nicht nur miteinander vernetzt, sondern einen direkten, effizienten und fairen Handel mit (bio-) regionalen Lebensmitteln ermöglicht.

Die Zusammenarbeit wird durch einen regionalen Betreiber organisiert. Dieser übernimmt zentrale Aufgaben wie die Bündelung von Waren, die Optimierung der Logistik, die Pflege des Sortiments und den Vertrieb. Die Betreiberrolle kann beispielsweise von einem Zusammenschluss regionaler Erzeuger in Form einer Genossenschaft übernommen werden. In Pfaffenhofen übernimmt diese Aufgabe der Direktvermarkter-Verein Pfaffenhofener Land.

RegioKostHub ist auf andere Regionen übertragbar und individuell gestaltbar. So kann jede Region unter einer eigenen Marke auftreten und gezielt eine starke regionale Identität für (bio-) regionale Lebensmittel aufbauen.

Im Kern ist RegioKostHub ein digitales Werkzeug für einen (bio-) regionalen Frischedienst. Durch einen hohen Grad an Automatisierung von Bestell- und Logistikprozessen kann dieser auch in kleinstrukturierten, ländlichen Räumen wirtschaftlich betrieben werden.

Durch die Reduzierung von Zwischenhändlern bleibt mehr Wertschöpfung bei den Erzeugern. Die Bündelung der Warenströme entlastet Erzeuger und Gastronomie bei der Anlieferung sowie in der Verwaltung und ermöglicht ein transparentes, regionales und gebündeltes Angebot aus einer Hand.

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Wer sind deine Kund*innen?

Lukas Leonhardt

RegioKostHub ist in Zusammenarbeit mit der Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft Pfaffenhofener Land entstanden. Dort wird die Software bereits erfolgreich für die Abwicklung aller Bestellungen von Geschäftskunden eingesetzt und mit den Erfahrungen aus der Praxis iterativ weiterentwickelt.

Ziel der gemeinsamen Arbeit war es, ein Modellprojekt zu schaffen, das als Vorbild für andere Regionen dienen kann. Heute liegt ein funktionierendes Praxisbeispiel vor, mit dem wir jetzt gezielt auf Ökomodellregionen, Kommunen, Regionalinitiativen und andere Zusammenschlüsse landwirtschaftlicher Erzeuger zugehen wollen.

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Wie sieht dein Büro-Alltag aus?

 

Lukas Leonhardt

Mein Büroalltag ist sehr vielfältig: Ich entwickle App-Prototypen, konzipiere neue Funktionen, setze sie technisch um, spreche mit potenziellen Interessenten und nehme regelmäßig Nutzerfeedback auf. Genau diese Abwechslung macht mir besonders Spaß.

Teil II – Die Gründung

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Wie hast du angefangen? Seit wann gibt es dein Unternehmen?

Lukas Leonhardt

Das Projekt entstand Ende 2022 im Rahmen meiner Bachelorarbeit. Gemeinsam mit Pfaffenhofener Land habe ich ein Konzept sowie erste Prototypen für einen digitalen Service für Gastronomiekunden entwickelt. Grundlage dafür war der bereits bestehende Gastroservice von Pfaffenhofener Land, der zu diesem Zeitpunkt noch mit Excel organisiert wurde. Mitte 2023 haben wir mit der technischen Umsetzung begonnen.

RegioKostHub ist in unser Unternehmen leonhardt.digital integriert, das auf Softwarelösungen für die Lebensmittel- und Logistikbranche spezialisiert ist. Das Unternehmen besteht seit über 30 Jahren und verfügt über umfangreiches Know-how, das für die Entwicklung von RegioKostHub sehr wertvoll ist.

Dort arbeite ich an Projekten für unsere Kunden und entwickle RegioKostHub kontinuierlich weiter. Sollte das Projekt weiterwachsen, besteht die Überlegung, RegioKostHub künftig in ein eigenständiges Unternehmen auszugründen.

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Wo soll die Reise hingehen? Wo siehst du dich selbst in 5 bzw. 10 Jahren?

Lukas Leonhardt

Zunächst möchte ich RegioKostHub kontinuierlich weiterentwickeln und in weiteren Regionen etablieren. Ich habe meinen beruflichen Weg und meine Leidenschaft gefunden und möchte diesen konsequent weitergehen. Idealerweise kann ich in fünf bis zehn Jahren auf verschiedene Problemstellungen zurückschauen, die ich gemeinsam mit einem kleinen Team durch innovative, digitale Konzepte gelöst habe.

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Was hat dich bewegt, hier in der Region zu gründen? Wie gefällt dir die Unterstützung bzw. das Angebot für Gründende durch das KUS?

Lukas Leonhardt

Ich bin hier aufgewachsen und fühle mich in der Region sehr wohl. Mit dem Beginn der Coronakrise folgte eine Krise auf die nächste, was zu einer spürbaren generellen Unzufriedenheit in der Gesellschaft führte. Genau daraus entstand bei mir der Wunsch, anzupacken und aktiv zu gestalten.

Es braucht Anlaufstellen wie das KUS, die Menschen mit Visionen und Ideen dabei unterstützen, diese auch tatsächlich umzusetzen. Neben kostenlosen Beratungsangeboten ist auch die Vernetzung mit anderen Institutionen und Expertinnen und Experten sehr hilfreich.

Das KUS unterstützt uns außerdem mit einer Veranstaltungsreihe, mit der wir den digitalen Gastroservice in der Region bei Erzeugern und Gastronomen bekannt machen wollen.

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Was über das Gründer-Dasein hättest du gerne vor der Gründung gewusst?

 

Lukas Leonhardt

Ich hätte gerne früher gewusst, dass eine Idee ohne Umsetzung wenig wert ist. Entscheidend ist, möglichst schnell mit Prototypen zu arbeiten, die Idee zu validieren und anschließend konsequent in die Umsetzung zu gehen. Erst im Machen zeigt sich, ob eine Idee wirklich funktioniert und den gewünschten Mehrwert liefert. Die immer besser werdende künstliche Intelligenz kann diesen Prozess mittlerweile sehr gut unterstützen.

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Hast du einen Tipp für all diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, zu gründen?

Lukas Leonhardt

Gerade wenn man jung ist, hat man oft noch wenige Verpflichtungen und die Freiheit, Dinge auszuprobieren. Dabei lernt man unglaublich viel und kann diese Erfahrungen später auch in anderen Lebens- und Arbeitsbereichen nutzen.

Gründen bedeutet jedoch auch, sich an Aufgaben heranzuwagen, für die einem anfangs die Erfahrung fehlt. Das kann hart und frustrierend sein. Wenn man jedoch dranbleibt und Herausforderungen Schritt für Schritt meistert, ist das Gefühl, etwas geschafft zu haben, umso stärker.

Ich habe selbst viele Dinge ausprobiert, die nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht haben. Rückblickend haben sie mir jedoch Türen zu neuen Möglichkeiten geöffnet, mit denen ich zuvor nicht gerechnet habe. Deshalb: Anfangen, ausprobieren, dranbleiben und möglichst viel dabei lernen.

Teil III – Der Gründer

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Wenn der Tag mal richtig stressig war, wie erdest du dich wieder? / Was machst Du, wenn Du mal freie Zeit hast?

Lukas Leonhardt

Um den Kopf freizubekommen, gehe ich bei lauter Musik spazieren oder mache Sport. Im Sommer bin ich mit dem Gravelbike unterwegs, im Winter spiele ich Eishockey. Zusätzlich hilft mir ein Bullet Journal dabei, meine Gedanken zu ordnen.

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Dein liebstes Urlaubziel?

Lukas Leonhardt

Ich bin gerne auf Roadtrip-Abenteuern unterwegs oder dort, wo es gutes Essen gibt. Zu meinen bisherigen Höhepunkten zählen ein 9.000 Kilometer langer Roadtrip durch Skandinavien, bei dem wir 20 Tage im Auto geschlafen haben, ein Campertrip durch Kalifornien sowie die Fahrt entlang der Great Ocean Road in Australien.

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Das wusste bisher keiner über Dich?

Lukas Leonhardt

Die erste Geschäftsidee hatten mein Bruder und ich in der Grundschule. Wir wollten einen Winterdienst für die Nachbarschaft aufziehen. Für das Räumen jeder Einfahrt wollten wir 5 € verlangen. Wir waren bereits dabei, mit Paint Flyer für unseren Service zu erstellen. Unsere Eltern haben das Vorhaben noch rechtzeitig bemerkt und unterbunden. Zum Glück!

Kontakt:

RegioKostHUb
Lukas Leonhardt
+49 152 327 317 45
lukas.leonhardt@leonhardt.digital
https://regiokosthub.app/